Unsere Stadthalle

602.000 € – das ist die Zahl des Tages aus dem Planungs-, Umwelt-,Bauausschuss von gestern Abend. So teuer soll laut Expertenschätzung die Brandschutzmaßnahme der Jülicher Stadthalle in der abgespecktesten Version werden.

602.000 € – darin sind keine substanzverbessernden oder substanzerhaltenen Maßnahmen enthalten.

Wo ist die Perspektive?

Konsens ist: Eine Stadt wie Jülich braucht selbstverständlich eine Stadthalle.

Ich schließe mich aber den politischen Ausschussmitgliedern an, die gestern kritisch hinterfragten, ob sich der finanzielle Aufwand rechnet.

Ist die Brandschutzmaßnahme eine Investition in den Status quo – wie die Verwaltung verlauten ließ („dann haben wir wenigstens eine Stadthalle“) – oder wird hier nicht vielmehr Steuergeld in ein unkalkulierbares Eurograb versenkt?

Denn auch nach Abschluss der Brandschutzmaßnahmen bleibt die Stadthalle ein alter Bau, eine Stadthalle, an der an allen Ecken und Enden der Zahn der Zeit nagt.

Muss man nicht über Alternativen nachdenken?

Derzeit wird die Bebauung des Walramplatzes diskutiert. Hier wäre ein Kombination aus Veranstaltungshalle und Einkaufszentrum vorstellbar – ggf. durch Investoren unterstützt.

Oder …eine Vision: auf dem Gelände der standortveränderungswilligen Stadtwerke Jülich, eine Stadthalle, mit integriertem Café mit Rurblick, grünem Supermarkt, Parkplätzen, Ruhezonen….Das wäre ein wirklich attraktives „Stadttor“ als Spitze des Dreiecks zwischen Brückenkopf und Hexenturm.

Ich würde immer eine Investition befürworten, die eine, unserem Anspruch als Kulturzentrum im Rurtal gerecht werdende Stadthalle im Blick hat. Gerne könnte sie bei einer entsprechenden Beteiligung etwa SWJ-, G&P-Halle oder Hans Lamers Event Center heißen und dafür in die Zukunft gerichtet die Nutzung für Kultur und Vereine dauerhaft möglich machen.