…zur Stärkung der Einnahme-Seite im Schulterschluss mit Wirtschaft, Gewerbe und Einzelhandel.

Klingt einfach – ist es aber nicht: Die Einnahme-Seite der Stadt Jülich muss gestärkt werden. Es ist wohl das größte, sichtbare Problem und die schwierigste Herausforderung, der sich der neue Bürgermeister von Jülich nach der Wahl stellen muss.

Müßig ist es, der Frage auf den Grund zu gehen, warum Jülich so tief in den roten Zahlen steht. 16,8 Millionen Euro beträgt das Defizit. Das Haushaltssicherungskonzept fordert, dass bis 2023 ein ausgeglichener Haushalt vorliegen muss. Das erste Haushaltssicherungskonzept, das nach 2003 eine schwarze Null bis 2007 vorschrieb, ist gescheitert. Der Verwaltungsfachmann an der Spitze hat dieses Szenario nicht abwenden können. Die politischen Mehrheiten hatten keine Lösungen oder Konzepte.

Das zeigt: Leere Versprechungen zu machen, ist unlauter.

Klar ist aber, dass mit der Entwicklung der Gewerbegebiete und vor allem in naher Zukunft des Campus Merscher Höhe mit dem erwarteten Zuzug von Handwerk, High-Tec und potenten Wirtschaftsunternehmen eine Perspektive entsteht. Die Erhöhung der Gewerbesteuer, die schon jetzt im Vergleich zu den Nachbarkommunen konkurrenzlos hoch und damit als Anreiz zur Ansiedlung denkbar ungeeignet ist, muss zurückgenommen werden. Mark Twain sagte: „Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat.“

Gelingt es, wächst die Kaufkraft in der Stadt und für die Stadt. Die zweite „Groß-Baustelle“: Statt Straßenzüge und Plätze einzeln zu betrachten, muss der Blick für das Ganze geschärft werden. Stadtentwicklung, Städteplanung bilden mit dem Einzelhandelskonzept eine Einheit. Nur über die Bebauung des Walramplatzes zu entscheiden, ohne die Entwicklung des Stadtwerke-Geländes mit einzubeziehen sowie die Auswirkungen auf einen ohnehin angeschlagenen Vollsortimentler in der Innenstadt, verfehlt sein Ziel.

Wer Wirtschaft stärken, den Handeln ankurbeln und die Einnahmen steigern will, braucht keine teuren Machbarkeitsstudien, sondern Schulterschluss mit Unternehmern und Entscheidern sowie Kreativen, die den Mut haben, Alternativen ohne Denkverbote zu entwickeln. Das ist mein Ziel.

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